UVUW-Parlamentarierabend: Wirtschaft und Politik diskutieren Energie-Standort Schleswig-Holstein

Itzehoe, 29.01.2026 – Der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste e.V. (UVUW) hat am Mittwochabend, 28. Januar 2026, zum Parlamentarischen Abend 2026 in das Landeshaus Schleswig-Holstein eingeladen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik – darunter auch Claus Ruhe Madsen als Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus sowie Staatssekretärin Julia Carstens – kamen zusammen, um sich über zentrale Zukunftsfragen des Landes auszutauschen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion zum Thema
„Die Standortvorteile Schleswig-Holsteins im Energie-Sektor praxisnah nutzen“.
Diskutiert wurden insbesondere die Chancen und Herausforderungen für den Energie- und Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein sowie konkrete Ansatzpunkte für eine stärkere Verzahnung von politischem Rahmen und unternehmerischer Praxis.
Auf dem Podium diskutierten Andreas Hein, Landtagsabgeordneter (CDU) aus Dithmarschen, Malte Krüger, Landtagsabgeordneter (Bündnis 90/Die Grünen) aus Steinburg, Arne Möbest von Cimbergy (Nordfriesland) sowie Peter Heberling von Sasol (Dithmarschen). Die Moderation übernahm Lutz Bitomsky, 1. Vorsitzender des UVUW.
„5 vor 12 ist schon vorbei!“ alarmiert Peter Heberling als Vertreter der Industrie. Er führt die schwierige wirtschaftliche Lage einiger Industrie-Branchen aus. Obwohl aus Konzernsicht vieles gegen den Wirtschaftsstandort Deutschland spricht, möchte das Unternehmen Sasol große Investitionen in Brunsbüttel tätigen, um das schleswig-Holsteinische Ziel 2040 klimaneutral zu sein, mitzutragen. „Aber die Rahmenbedingungen passen oft nicht zu diesem Ziel – z.B., wenn man auf die Verfügbarkeit von Strom an unserem Standort schaut“ – so Heberling.
Malte Krüger (Bündnis 90/Die Grünen) ist sich sicher: Politik und Wirtschaft brauchen Mut, um entsprechende Entscheidungen zu fällen und Veränderungen umzusetzen. Als zuständiger Politikvertreter der Kreise Steinburg und Dithmarschen kennt er Brunsbüttel als Industrie- und Hafenregion mit und die Stärken und Herausforderungen am Standort gut.
Arne Möbest als Vertreter der Erneuerbare Energien aus Nordfriesland stellt verschiedene Szenarien für den Strombezug für die Wirtschaft vor. Besonders das geplante Energy Sharing sieht Möbest als sehr guten Ansatz. „Es gibt jedoch einen Haken – bis jetzt gelten die geplanten Rahmenbedingungen lediglich für klein- und mittelständische Unternehmen. Die größeren Wirtschaftsunternehmen und die Industrie fehlen!“. Dies müsste aus seiner Sicht dringend geändert werden, damit Schleswig-Holstein wirklich die Standort-Vorteile nutzen kann.
Als politischer Experte für Energie und Wirtschaft an der Westküste verbreitet Andreas Hein (CDU) Optimismus: Die Wirtschaft in Schleswig-Holstein wird von den Standortvorteilen und den Erneuerbaren Energien profitieren. Sicher beantwortet er viele Fragen der Wirtschaft zum Industriestrompreis, Versorgungssicherheit und westküstenspezifischen Infrastruktur-Projekten.
Als Vorsitzendes des UVUW betont Lutz Bitomsky „Wir müssen den Schulterschluss von Wirtschaft, Erneuerbaren Energien und Politik in Schleswig-Holstein schaffen, damit wir Wettbewerbsvorteile generieren“.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion wurde den Gästen die Initiative „Net Zero Acceleration Valley“ für Schleswig-Holstein vorgestellt, die Impulse für eine beschleunigte Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft setzen soll. Geplant ist Schleswig-Holstein als Pilot-Region, in der schnellere Planungsverfahren und bessere Fördermaßnahmen möglich sind.
Der Parlamentarische Abend bot den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern der Westküste sowie den politischen Vertreterinnen und Vertretern Raum für einen offenen Dialog und den persönlichen Austausch. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch das traditionelle gemeinsame Rübenmus-Essen.
Der UVUW zieht ein positives Fazit des Abends und sieht den Parlamentarischen Abend auch 2026 als wichtiges Forum für den konstruktiven Austausch zwischen Wirtschaft und Politik in Schleswig-Holstein.