Arbeitgeber verärgert über Homeoffice-Debatte

Arbeitgeber verärgert über Homeoffice-Debatte

Die Politik fordert von den Unternehmen, dass diese ihre Beschäftigten, wo immer es möglich ist, ins Homeoffice schicken. Unternehmen, die dies verweigerten, handeln nach Ansicht der Politik unverantwortlich. Zur Debatte um mobiles Arbeiten und gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice erklärt Ken Blöcker, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste (UVUW):

Die Arbeit im Unternehmen vor Ort ist kein Hort des Infektionsgeschehens. Die Unternehmen haben in großem Maßstab in Hygienemaßnahmen investiert, um ihre Belegschaften zu schützen und ihren Wirtschaftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Arbeitgeber übernehmen in dieser Krise Verantwortung und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung.

Wir haben kein Verständnis dafür, dass den Unternehmen vorgeworfen wird, sie würden zu wenig zur Bekämpfung der Pandemie beitragen. In den regionalen Unternehmen des Landes wird bereits überall dort, wo es möglich ist im Homeoffice gearbeitet. Es wird in der öffentlichen Debatte aber der Eindruck erweckt, als würden viele Unternehmen die mobile Arbeit willkürlich verweigern. Das ist nicht der Fall. Bereits 70% unserer Mitgliedsunternehmen bieten Homeoffice an. Als branchenübergreifender Arbeitgeberverband werden bei unseren Umfragen viele Branchen berücksichtigt. Das Ergebnis liefern daher einen guten Blick auf die gesamtunternehmerische Situation der regionalen Wirtschaft. Auch den Vorwurf, dass Arbeitgeber weniger Homeoffice ermöglichen würden als zu Beginn der Pandemie, weisen wir nach den Ergebnissen unserer Umfrage zurück. Der Anteil der Unternehmen, die Homeoffice ermöglichen, nimmt weiter zu. Das ist umso bemerkenswerter wenn man bedenkt, dass entgegen mancher Studie die Personalverantwortlichen angeben, durch die Heimarbeit keineswegs eine erhöhte Produktivität der Mitarbeiter festzustellen, sondern eher eine geringere.

Statt über einen gesetzlich verankerten Rechtsanspruch auf Homeoffice zu diskutieren, sollten von der Bundesregierung Lösungen geschaffen werden, die noch mehr Unternehmen in die Lage versetzen, in Digitalisierungsprozesse zu investieren, um Homeoffice anzubieten. Investitionen in Heimarbeitsplätze müssten massiver, schneller und unmittelbarer gefördert werden. In den aufgelegten Programmen dürfen Unternehmen erst dann mit der Investition beginnen, wenn eine Bestätigung der Förderung vorliegt. Auf diese Bestätigung warten die Unternehmen in der Regel Monate. Die Lösung der Bundesregierung für überlastete Server besteht nun darin, jeden Monat unter allen Registrierungen zu losen, wer seinen Antrag auf Förderung tatsächlich einreichen kann. Statt Digitalisierung jetzt zu beschleunigen, werden Digitalisierungsvorhaben dadurch eher ausgebremst.

Auch für arbeitsrechtliche Herausforderungen der Heimarbeit hat die Große Koalition noch keine Lösungen geschaffen. Dazu Sebastian Koch, ebenfalls Geschäftsführer des UVUW und Fachanwalt für Arbeitsrecht: „Homeoffice und Arbeitszeitgesetz passen häufig nicht zusammen. Vor dem Hintergrund des Wandels der Arbeitswelt fordern die Arbeitgeber seit Jahren ein flexibleres Arbeitszeitgesetz.  Es wird immer offensichtlicher, wie notwendig die Möglichkeit flexibler Arbeitszeitgestaltung tatsächlich ist, da diese untrennbar mit der Umsetzung von mobiler Arbeit verbunden ist.“

Statt Arbeitgebern Willkür bei der Implementierung von Homeoffice zu unterstellen, sollte die Bundesregierung erst einmal die eigenen Hausaufgaben machen.

Zu den anliegenden Grafiken: Teilgenommen haben branchenübergreifend 192 regionale Unternehmen.

Der UVUW ist ein Zusammenschluss von knapp 400 Unternehmen im Gebiet von Norderstedt bis zur dänischen Grenze. Gegründet wurde er vor über 70 Jahren und hat sich zu einem wichtigen Sprachrohr der Wirtschaft an der Westküste und im Hamburger Umland entwickelt.

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Auf der Homepage des UVUW finden Sie unter „Presseservice“ frei nutzbare hochauflösende Pressefotos des Vorsitzenden und der Geschäftsführung.

 

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