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Wir brauchen Entlastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Anlässlich des bevorstehenden Energiegipfels in Schleswig-Holstein und der derzeitigen Beratungen der Bundesregierung fordert der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste e.V. (UVUW) spürbare Entlastungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dazu Verbandsgeschäftsführer Ken Blöcker:

Auf Grund der Preisexplosionen auf dem Gasmarkt sind die Unternehmen branchenübergreifend nicht mehr nur verunsichert, sondern in breiten Teilen verzweifelt. Hinzu kommen nun auch die absurden Preissteigerungen beim Strom, weil der Strompreis sich durch die sogenannte Merit-Order an den Gaspreis koppelt. Dieser Sogwirkung muss von Seiten der Bundesregierung schnellstmöglich entgegengetreten werden.

Die Angebote der überregionalen Energieversorger hatten sich in den zurückliegenden Wochen bereits verfünffacht oder verzehnfacht. Heute können selbst die örtlichen Stadtwerke den Unternehmen keine Lieferverträge mit einer mehrmonatigen Laufzeit mehr anbieten. Viele Unternehmen fragen sich nun, wie es weitergehen soll. Wie lange bekommen Sie noch Gas? Zu welchen Preisen und mit welchem zeitlichen Vorlauf? Die Kalkulation der Produktionspreise ist inzwischen kaum noch möglich. Es drohen Produktionseinschränkungen, Kurzarbeit und auch Unternehmensschließungen.

Wir brauchen endlich klare Aussagen zu Hilfsprogrammen und deren genauer Gestaltung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Auch Handwerksbetriebe, wie Bäckereien oder Fleischer müssen die Möglichkeit bekommen, Zuschüsse zu den stark gestiegenen Energiekosten zu erhalten. Das Energiekostendämpfungsprogramm muss entsprechend ergänzt werden. Die bisherigen Maßnahmen sind, wie auch der Gasnotfallplan, zu sehr auf die Großindustrie ausgelegt. Die Schleswig-Holsteinische Wirtschaft ist jedoch von kleinen mittelständischen Unternehmen geprägt, ohne die im ländlichen Raum die Lichter ausgehen. Die zahlreichen kleinen Handwerksbetriebe in unserem Land haben bereits alles getan, um Prozesse umzustellen, Lieferketten zu diversifizieren und die letzten Effizienzreserven zu mobilisieren um Energie zu sparen. Die Unternehmen können schon seit Wochen nicht mehr kostendeckend produzieren.

Wir brauchen daher branchenübergreifend kurzfristig Zuschüsse, Sonderkredite und die Absenkung der Steuern und Abgaben auf den Energieverbrauch auf ein Minimum. Bei der Gasumlage bedarf es einer Belastungsobergrenze, der Schaffung von gestaffelten Beiträgen und einer zeitlichen Staffelung der Umlage. International agierende Unternehmen können die Produktionskosten zur Zeit noch einigermaßen an die Kunden weitergeben. Sobald die Logistikketten aus Asien aber wieder funktionieren, wird der Produktionsstandort Deutschland mit den hohen Energiekosten auch hier nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die Produkte werden schlicht keine Abnehmer mehr finden.

Als Arbeitgeber machen wir uns auch Gedanken, wie die Mitarbeiter durch diese Krise kommen. Im letzten Jahr konnten die Unternehmen, deren Liquidität es zuließ, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einmalig eine steuer- und sozialversicherungsfreie Sonderzahlung in Form des Corona Bonus zahlen. Dies sollte allen Arbeitgebern jetzt auch in Form eines Energiebonus ermöglicht werden.

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