Pauschallösungen nicht mehr vermittelbar

Pauschallösungen nicht mehr vermittelbar

Zu den Ergebnissen des Corona Gipfels zwischen der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder nimmt Ken Blöcker, Geschäftsführer des Unternehmensverband Unterelbe-Westküste e.V. (UVUW) Stellung:

„Wir müssen feststellen, dass die allgemeine, präventive Strategie des Lockdowns die vulnerablen Gruppen nicht ausreichend geschützt hat. Im Zuge des pauschalen Lockdowns und der verzögerten Auszahlung von Finanzierungshilfen stehen zunehmend zahlreiche wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel.“

Sebastian Koch, Fachanwalt für Arbeitsrecht und ebenfalls Geschäftsführer des UVUW: „Angesichts der gestrigen Beschlüsse müssen sich die Unternehmer weiter auf schwere Eingriffe in ihre unternehmerische Freiheit einstellen. Nach unserer Ansicht hätte es beispielweise in Sachen Homeoffice nicht dieses bürokratischen Aufwandes bedurft. Der damit einhergehende Bürokratismus durch die zu erwartende Verordnung ist in dieser Situation absolut überflüssig.“

Blöcker weiter: „Branchenübergreifend bieten bereits 70% unserer Mitgliedsunternehmen Homeoffice an. Der Anteil der Unternehmen, die Homeoffice ermöglichen, nahm nach unserer Umfrage in den zurückliegenden Wochen weiter stetig zu. Bezeichnenderweise werden die Arbeitsplätze der öffentlichen Verwaltungen voraussichtlich von der Verpflichtung ausgenommen.

Statt immer neuer Verordnungen brauchen wir eine effektivere und systematischere Kontrolle der bestehenden Regeln und härtere Sanktionierungen bei den schwarzen Schafen, sowohl im privaten wie auch im unternehmerischen Bereich.

Die Bundesregierung und Landesregierungen konnten gestern erneut der Wirtschaft und den Privathaushalten keine Alternativen zur kurzfristigen Lockdownpolitik aufzeigen. Es ist den vom Lockdown unmittelbar betroffenen Branchen und deren Unternehmen nicht mehr vermittelbar, dass sie ihre Existenz opfern müssen, ohne dass Ansteckungsorte oder der Verlauf des epidemiologischen Geschehens ausreichend bekannt sind. Das Wissen über die Ansteckungsorte, die epidemiologischen Wirkungsweisen politischer Maßnahmen und deren wissenschaftliche Begleitung ist nach einem Jahr noch immer erschreckend gering. Das fehlende Wissen führt dazu, dass die Politik alternative Maßnahmen zum pauschalen Lockdown scheut. Die Folge ist, dass die Lockdownkeule weiterhin undifferenziert und überregional auf alles nieder geht, was sich bewegt. Stattdessen brauchen wir schon seit langem ein besseres und detaillierteres Monitoring der einzelnen Maßnahmen, um das Virus gezielt und effektiv bekämpfen zu können. Es ist daher fraglich, auf welcher Datengrundlage die eingesetzte Arbeitsgruppe „ein Konzept für eine sichere und gerechte Öffnungsstrategie“ erarbeiten soll. Es muss gelingen, die „Türen zu öffnen“ und Umsatz zu generieren, aber eben auch weitere Infektionswellen, befeuert durch die Virusmutationen, zu verhindern. Wir werden noch Monate, wenn nicht sogar Jahre, mit dem Virus leben müssen. Der Lockdown kann schon daher nicht die neue Normalität darstellen, weil es irgendwann Niemanden mehr gibt, der die teuren Unterstützungsmaßnahmen erwirtschaftet. Die Verzögerungen der überlebenswichtigen Finanzhilfen sind unzumutbar.“

Unsere vorherige Mitteilung zur Homeoffice Debatte finden Sie hier: https://uvuw.de/2021/01/15/arbeitgeber-veraergert-ueber-homeoffice-debatte/

Auf der Homepage des UVUW finden Sie unter „Presseservice“ frei nutzbare hochauflösende Pressefotos des Vorsitzenden und der Geschäftsführung: https://uvuw.de/presseservice/
Der UVUW ist ein Zusammenschluss von knapp 400 Unternehmen im Gebiet von Norderstedt bis zur dänischen Grenze. Gegründet wurde er vor 73 Jahren und hat sich zum wichtigen Sprachrohr der Wirtschaft an der Westküste und im Hamburger Umland entwickelt.
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